Abstraktion ist für mich keine Reduktion, sondern eine Erweiterung.
Sie eröffnet einen Raum, in dem Wahrnehmung nicht festgelegt ist, sondern entstehen darf. Meine Malerei bildet nichts ab, was bereits eindeutig existiert – sie lädt dazu ein, Bedeutung nicht zu suchen, sondern zu erfahren.
Die Arbeiten entstehen meist großformatig auf Leinwand, teilweise zunächst auf unbespanntem Gewebe. Zu Beginn lege ich ein oder zwei Hauptfarben fest. Sie geben dem Bild eine Richtung, ohne sein Ergebnis festzulegen.
Der Prozess entwickelt sich in Schichten und im Dialog mit dem bereits Vorhandenen. Setzen, Übermalen, Zurücknehmen und erneutes Eingreifen greifen ineinander. Während des Arbeitens wechseln bewusste Entscheidungen und intuitive Momente einander ab. Kontrolle und Loslassen halten das Bild im Gleichgewicht. In einer stark ergebnisorientierten Welt wird diese Offenheit zu einer bewussten Gegenbewegung.
Ausgangspunkt ist die Überzeugung, dass Wahrnehmung nicht passiv ist. Betrachtende bringen ihre eigene Erfahrung ein und führen das Gesehene weiter. Das Werk entsteht im Atelier – seine Wirkung entfaltet sich erst in der Begegnung.
Ein Bild verlässt mein Atelier als Unikat und bleibt dennoch in seiner Bedeutung offen. Die Arbeiten sollen zugänglich sein, aber nicht beliebig. Sie laden dazu ein, sich Zeit zu nehmen und eine eigene Beziehung zu ihnen aufzubauen. So wird ein Werk nicht nur Teil eines Raumes, sondern prägt nachhaltig seine Atmosphäre.